Die andere Seite des Himmels - Jeanette Walls

Das Buch:


368 Seiten / Hardcover / 19,99 Euro

Taschenbuch / 9,99 Euro

E-Book / 9,99 Euro



Inhalt:


Die Kindheit ist ein Ort, an den wir immer wieder zurückkehren

Die zwölfjährige Bean und ihre Schwester Liz können gut auf sich allein aufpassen – und das müssen sie auch. Denn im Leben ihrer Mutter ist nur Platz für Träume, nicht für ihre Töchter. Bean und Liz wundern sich nicht, als sie nach einem Streit wieder einmal die Flucht ergreift. Dass sie jedoch wochenlang verschwindet, ist neu. Mutig schlagen sich die beiden Mädchen quer durch Amerika von Kalifornien bis nach Virginia durch, wo sie ihr liebenswerter Onkel unbeholfen aufnimmt. Endlich lernen Bean und Liz ihre Familie kennen. Doch gerade als sie sich zuhause fühlen, taucht ihre Mutter wieder auf …



Meine Meinung:


Als ich das Buch begonnen habe, wusste ich überhaupt nicht auf was ich mich einlasse, weil ich das auf dem Cover genannte Buch "Schloss aus Glas" nicht kenne. Ich wurde positiv von einem wunderschön erzählten Roman überrascht. 


Bean und Liz sind die Töchter einer Möchtegern-Schauspielerin, die ihre Kinder ab und an ganz alleine lässt. Die beiden essen dann Hühnerpastetchen und versuchen alleine über die Runden zu kommen. Nach einem Streit macht verschwindet die Mutter und lässt erst mal nichts von sich hören. Daraufhin beschließt Liz, dass es Zeit wäre, die Familie, die ihnen noch geblieben ist, aufzusuchen. Dort erwartet sie etwas völlig anderes als das Leben, das ihre Mutter dort scheinbar erlebt hat, aber auch etwas anderes, als sie es sich vorher vorgestellt haben. 


Ich fühlte mich sofort an "Wer die Nachtigall stört" erinnert, denn das Buch ist sehr ähnlich geschrieben. Alles, was passiert, wird aus der Sicht von Bean beschrieben und auch die Verehrung der Mutter und später des Onkels ist der von Scout aus dem o. g. Buch sehr ähnlich.

Die beiden Mädchen sind sehr selbständig, denn sie werden eigentlich von ihrer Mutter vernachlässigt. Sobald Probleme auftauchen ziehen sie um und wenn alles in Ordnung ist, lebt die Mutter in ihrer eigenen Welt und spinnt sich ihre Karriere zusammen. 


Das Buch lässt sich sehr schön lesen, weil die Autorin ein Händchen dafür hat, zwar aus einer Kinderperspektive zu schreiben aber nicht kindlich. Dabei hat sie Bean sehr aufgeweckt und clever dargestellt, so dass man nie das Gefühl hat einem typischen 12jährigen Mädchen zuzuhören. Auch die Verbundenheit und das absolute Vertrauen zu ihrer Schwester werden sehr authentisch dargestellt. 


Mir hat diese Erkundung der Welt, die mit der Reise zur Familie beginnt und mit dem dortigen Leben weiter geführt wird, sehr gut gefallen. Bean kannte bisher nur das Leben mit Mutter und Schwester und hat endlich Menschen um sich, die sie lieben und nicht nur diesn beiden Personen bestehen, aber auch Menschen, die es gar nicht gut mit ihr und ihrer Schwester meinen. Das Buch driftet aber nie in Hoffnungslosigkeit oder Schwarzmalerei ab, sondern erzählt einfach nur nüchtern, was vorgefallen ist. 


Das war bestimmt nicht mein letztes Buch von Jeannette Walls. Sie hat neben dem bereits erwähnten "Schloss aus Glas" noch einen weiteren Roman mit dem Namen "Ein ungezähmtes Leben" geschrieben. 

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