Der Junge, der Träume schenkte - Luca di Fulvio (Hörbuch)

Das Buch:


784 Seiten / Taschenbuch / 9,99 Euro

E-Book / 8,49 Euro

Hörbuch / 23 Stunden, 18 Minuten / 6,99 Euro / gelesen von Sascha Rothermund



Inhalt:


New York, 1909. Aus einem transatlantischen Frachter steigt eine junge Frau mit ihrem Sohn Natale. Sie kommen aus dem tiefsten Süden Italiens - mit dem Traum von einem besseren Leben in Amerika. Doch in der von Armut, Elend und Kriminalität gezeichneten Lower East Side gelten die gnadenlosen Gesetze der Gangs. Nur wer über ausreichend Robustheit und Durchsetzungskraft verfügt, kann sich hier behaupten. So wie der junge Natale, dem überdies ein besonderes Charisma zu eigen ist, mit dem er die Menschen zu verzaubern vermag ...



Meine Meinung:


Nachdem ich mir mehr als einmal anhören musste, dass ich das Buch endlich lesen soll, habe ich mich dazu durch gerungen das Hörbuch zu hören. Da ich den Klappentext gar nicht ansprechend fand, war ich umso überraschter, was sich für eine Perle in diesem Buch versteckt. "Der Junge, der Träume schenkte" ist mit Sicherheit eines meiner Jahreshighlights. Einen großen Anteil daran hat der hervorragende Sprecher, Sascha Rothermund. 


Im Jahr 1909 flüchtet Cetta mit ihrem Sohn Natale in die USA um sich dort mit ihm ein neues Leben aufzubauen. Bei der Einreise wird Natale zu Christmas und auch sie nennt ihn fortan so. Christmas wächst in der Lower East Side auf und muss sich irgendwann entscheiden, ob er auch kriminell wird oder ob er ein ehrlicher junger Mann wird. Als er Ruth kennen lernt, die ganz anders aufwächst als er, nämlich im Reichtum, verliebt er sich sofort in sie. Die beiden werden getrennt und Christmas arbeitet von da an darauf hin, Ruth wieder zu treffen und sein Leben mit ihr weiter zu führen. 


Das Buch führt den Leser durch ungefähr 20 Jahre in Christmas Leben. Er ist, wie es der Klappentext schon impliziert, der Hauptcharakter des Buches. Und was für einer. Christmas kann reden und seine Wahrheit, die er im Moment verkaufen will, auch glaubhaft herüber bringen. Er ist unglaublich herzlich und versucht immer so zu handeln, wie er es für richtig hält. Sein Ziehvater Sal, den ich ebenfalls sehr in mein Herz geschlossen habe, hat daran einen großen Anteil, ebenso wie seine Mutter. 


Der Autor hat die Charaktere nicht nur gut oder nur böse beschrieben, sondern auch den inneren Konflikt glaubhaft dargestellt. Beispielsweise driftet Christmas ab und an auch mal in die Kriminalität ab und der Leser erfährt, wie es dazu kommt. Es gibt nicht nur nette und freundliche Charaktere, sondern auch ganz finstere, die man eigentlich gar nicht kennen möchte. Die Sprache ist zwar einfach gehalten, aber auf mich hat sie so einen Zauber ausgeübt, dass ich das ein oder andere Mal eine Gänsehaut hatte. Nicht zuletzt hat es daran gelegen, dass Sascha Rothermund die Romanfiguren sehr authentisch hat auferstehen lassen. 


Die knapp über 24 Stunden des Hörbuches habe ich innerhalb von nicht mal zwei Wochen gehört, weil ich einfach jede Sekunde an der Geschichte kleben musste. Danach war ich unendlich traurig, dass ich diese tollen Figuren nie wieder in meiner Fantasie auferstehen lassen darf. 


Von mir gibt es eine unbedingte Lese- bzw. Hörempfehlung! 

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