Pestgold - Jutta Ahrens

Das Buch: 

 

474 Seiten / Taschenbuch / 13,99 Euro

E-Book / 3,99 Euro


Inhalt:


Böhmen am Anfang des 15. Jahrhunderts: Die Pest ist gerade vorüber und die Einwohner eines kleinen Dorfes kommen aus den Höhlen zurück, wo sie sich vor der Seuche versteckt und überlebt haben. Doch die Armut ist groß, weil niemand gesät und geerntet hat - und der Winter steht vor der Tür. 

Auch ihr adeliger Herr auf der nahen Burg leidet Mangel. Zum Glück hat er ja noch den Schatz in Verwahrung, den er vor der Pest mit anderen Raubrittern zusammengestohlen hat. Als er sich etwas davon holen will, stellt er zu seinem Entsetzen fest, dass die Truhen mit Gold und Juwelen verschwunden sind. Das könnte ihn den Kopf kosten! 

Währenddessen finden die Dorfbewohner immer wieder Wertgegenstände im Wald und behaupten, ein Troll meine es gut mit ihnen. Dieser Aberglaube interessiert auch den jungen, gebildeten Dorfpriester Martin und Janek, den Sohn des Raubritters: 

Wer hat den Schatz geraubt? Wer ist der geheimnisvolle Gönner im Wald? Können die beiden die Folgen von Gier und Aberglauben noch abwenden?


Meine Meinung:


Ja, ich mag gerne historische Romane und ja, ich mag es lieber, wenn es um Personen geht, die tatsächlich gelebt haben. Aber: Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, obwohl die Personen allesamt fiktiv waren. Es ist wohl doch nur eine Sache der Umsetzung. 


Die Geschichte spielt in Janovice, einer kleinen Stadt, die mittlerweile zu Tschechien gehört. Wir befinden uns hier im 15. Jahrhundert, direkt die Pest vorüber ist. Die Bewohner des damaligen Dorfes waren einige der wenigen, die sich in die Höhlen im Umfeld zurück ziehen konnten und so lange gewartet haben, bis die Pest vorbei war. Als sie wieder in ihr Dorf zurück kehren, stehen sie vor der Armut. Es gibt nichts zu Essen und Gold besitzen sie auch nicht. Da findet plötzlich eine Magd ein wertvolles Schmuckstück. Sie ist nicht die Einzige, die einen solchen Fund macht. Nach und nach taucht immer wieder Gold und weiterer Schmuck auf, das dem Dorf ein Leben ohne Armut beschert. Aber es gibt Ärger im Dorf: Die einen glauben an Gott, die anderen - und es werden immer mehr - glauben an die böhmischen Sagengestalten, also auch an die weiße Frau, die anscheinend zusammen mit einem Troll, der im Wald lebt, den Wohlstand zurück nach Janovice gebracht hat. 


Ganz zu Anfang habe ich  mich mit den fremden Namen und mit der gemächlichen Erzählweise des Buches sehr schwer getan. Nachdem ich aber die wichtigsten Dorfbewohner kennen gelernt hatte, konnte ich mich gut auf das Buch einstellen und habe mich sogar in Janovice heimisch gefühlt. Meine Lieblingsperson war Janek, der Burgvogt der Burg Arnstein und Martin, der Dorfpfarrer. Denn beide haben eine sehr herzliche Art und haben es überzeugend hinbekommen, gegen die damaligen Gegebenheiten anzugehen und das mit der Überzeugung, dass das, was sie tun, richtig ist. 


Der Erzählstil ist, wie ich oben bereits erwähnt habe, ziemlich gemächlich, was aber richtig gut zum Buch passt. Positiv aufgefallen ist mir, dass die Autorin die Personen in gleicher Weise hat reden lassen, wie sie sich damals wohl ausgedrückt hätten. Ich finde immer, dass dies einen Roman umso authentischer macht. Die fast 500 Seiten waren auf keiner Seite langweilig, weil immer wieder etwas Neues in Janovice passiert, so erwartet den Leser nicht nur das dörfliche Leben mit seinen Bewohnern, sondern auch noch Intrigen, Machtspielchen und leider auch einige Tote. 


Alles in allem ein wundervolles Buch, dass es einem vor Augen führt, dass man zusammenhalten muss um etwas zu erreichen und vielleicht auch andere Menschen so nehmen sollte wie sie sind. 


Die Autorin hat noch weitere Bücher geschrieben, die ich mit Sicherheit auch lesen werde. Wenn ihr mehr über sie erfahren möchtet, dann besucht doch mal ihren Blog

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