Die Stadt der schweigenden Berge - Carmen Lobato

Das Buch:


576 Seiten / Taschenbuch / 9,99 Euro

E-Book / 9,99 Euro



Inhalt:


Berlin 1931: Die junge Amarna ist fasziniert von der Kultur der Hethiter und vor allem von deren alter, versunkener Hauptstadt. Sie träumt davon, selbst einmal dorthin zu fahren, und vertieft sich in die Lektüre der Schriften jener Zeit. Doch ihr Vater, ein Altorientalist, verweigert ihr die Reise, obwohl er die Leidenschaft seiner Tochter teilt. Was ist auf jener Expedition passiert, die ihn einst in die verlorene Stadt führte? Und warum spricht er nie von der Mutter, an die Armana kaum eine Erinnerung hat? Mit Hilfe ihres Freundes Paul, der Amarna schon lange liebt, gelingt es ihr schließlich, ihren Traum zu verwirklichen – der sich jedoch bald als Alptraum entpuppt.

Meine Meinung:


Vorab möchte ich euch sagen, dass es mir unheimlich schwer fällt, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben, weil es mir so gut gefallen ist, dass ich fürchte, meine Worte reichen nicht aus. So geht es mir im übrigen fast immer bei Büchern von Carmen Lobato (bzw. Charlotte Lyne7Charlotte Roth). 


Amarna ist in Berlin aufgewachsen und lebt bei ihrem Vater. Es ist das Jahr 1930, Amarna studiert Archäologie, möchte eine Arbeit über den Gilgamesch-Epos schreiben und ist fasziniert von der Stadt Hattusa. Ihr Traum ist es, dort endlich einmal hinzureisen. Aus für sie unerfindlichen Gründen hat ihr Vater damit ein Problem, aber letztendlich kann sie sich dann doch durchsetzen und reist dort hin. Was sie dort erlebt, stellt ihr Leben komplett auf den Kopf. 


Anfangs hat mich Amarna total genervt. Ganz verwöhntes Töchterchen, die von ihrem Vater doch alles bekommt, was sie sich wünscht - außer diese Reise nach Hattusa. Im Laufe des Buches hat sich das aber verflüchtigt, denn Amarna ist ein wenig wie ich. Wenn sie etwas tut, dann tut sie das zu hundert Prozent. Also auch bei ihrer Liebe zu Gilgamesch und Hattusa. Die zweite Hauptperson in dem Buch - Arman - hat mich von Beginn an fasziniert. Er hat irgendwas an sich, was wohl nur Männer aus Charlotte Lyne/Carmen Lobato/Charlotte Roth - Romanen an sich haben. Falls ihr Bücher von ihr kennt, werdet ihr wissen, was ich meine. 


Das zentrale Thema ist der Gilgamesch-Epos von dem ich genauso wie von Hattusa vorher noch nie gehört habe. Die Autorin hat vor jeden Teil des Buches ein Zitat aus dem Epos einfließen lassen und den Leser damit auf Amarnas Faszination dafür eingestimmt. Immer wieder werden Bezüge dazu hergestellt, weil dieser Epos dauernd in Amarnas Gedanken ist. Damit hat Carmen Lobato den perfekten Grundstein für ein weiterführendes Interesse an Gilgamesch bei mir gelegt. 


Im Buch wird es auch geschichtlich und zwar geht es wieder um Figuren, die ich gar nicht kannte: Hattusili und Puduhepa, ein hetithisches Großkönigspaar aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. Die Autorin hat den beiden und dem König Urhi-Teshub, auch bekannt als Mursili III, so viel Leben eingehaucht, so dass die eingeschobenen Teile mir genauso viel Spass gemacht haben wie die Geschichte um Amarna. 


Ich mag es, wenn Figuren ausführlich vorgestellt werden und genau das finde ich bei der Autorin in jedem Buch. Was mich aber noch näher an das Geschehen herangebracht hat, waren die armenischen und türkischen Begriffe, die immer wieder mal eingestreut wurden. Das macht irgendwie ein Gefühl von Dabei-Sein, Miterleben. 


Ich kann euch das Buch uneingeschränkt empfehlen. Falls ihr euch in der Geschichte der Hetither gar nicht auskennt ist das gar nicht schlimm, denn die Erklärungen im Buch reichen aus um zu verstehen worum es geht. Im Herbst 2015 wird der zweite Teil, über den aber noch nicht so wirklich viel bekannt ist, erscheinen. Ich freue mich drauf! 





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