Der Ozean am Ende der Straße - Neil Gaiman

Das Buch:


240 Seiten / gebundene Ausgabe

auch als E-Book erhältlich

18,00 Euro - E-Book 13,99 Euro


Klappentext: 


Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen - Weise, wundersam und hochpoetisch erzählt Gaiman in seinem neuen Roman von der übergroßen Macht von Freundschaft und Vertrauen in einer Welt, in der nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.


Meine Meinung:


"Der Ozean am Ende der Straße" war mein erster Roman von Neil Gaiman. Obwohl mit das Buch gefallen hat, kann ich mich den Begeisterungsstürmen nicht anschließen. Ob es am vorherigen Buch lag, aus dem ich immer noch nicht so recht aufgetaucht bin, liegt - ich weiß es nicht. 


Der namenlose Erzähler flüchtet von einer Beerdigung um sich dort um zu sehen, wo er als siebenjähriger Junge gewohnt hat. Er findet den Ententeich, der ihn an seine Freundin Lettie erinnert. Als er dort sitzt und auf den See guckt, fällt ihm die gesamte Geschichte seiner Freundschaft zu Lettie Hempstock wieder ein. Ich kann euch sagen, es ist zwar eine phantastische Geschichte, die aber in keiner Weise schön oder romantisch ist. Statt dessen entpuppt sie sich als eine Geschichte über Freundschaft und darüber, dass man nicht immer alles glauben soll, was einem diese Welt glauben lassen will. 


"Ich sah die Erde, auf der ich mich seit meiner Geburt aufgehalten hatte, und ich begriff, wie zerbrechlich sie war - die Realität, die ich kannte, war eine dünne Glasur auf einem Geburtstagskuchen, in dem es vor Maden und Albträumen und Hunger nur so wimmelte. Ich sah die Welt von oben und von unten. Ich sah, dass es dort Muster gab und Portale und Pfade, die weit über die Realität hinausgingen. Ich sah all diese Dinge und erfasste sie, und sie erfüllten mich, genauso wie das Wasser des Ozeans mich erfüllte." (Zitat S. 191)


So schwermütig wie dieses Zitat sind viele Sätze in Neil Gaimans aktuellem Buch. Was nicht schlecht sein muss, denn am Ende regt dieses Buch einen zum Nachdenken an. Ist die Welt wirklich so einfach gestrickt, wie wir sie sehen oder gibt es gar doch mehrere Wirklichkeiten? Sind die Begebenheiten, an die sich der namenlose Protagonist erinnert wirklich geschehen oder ist nur seine blühende Fantasie mit ihm durchgegangen? Mir ist noch nicht mal klar, ob ich alles, was in diesem Buch steckt, wirklich verstanden habe. Denn so schnell, wie ich vor Spannung durch die Seiten gejagt bin, kann ich schnell mal etwas überlesen haben. Ich werde es einfach zu gegebener Zeit nochmals lesen. 


Die Charaktere sind, zumindest nach meinem Empfinden, nicht besonders tief gezeichnet. Der Autor hat mehr Wert auf das Drumherum, auf die Wirkung seiner Worte und seiner geschaffenen Kreaturen gelegt. Ein Wunder, dass er in knapp 240 Seiten schon alles erzählt hat, was er erzählen wollte. Ich hätte gern mehr darüber gelesen und vielleicht auch etwas ausführlicher. 


Gerne würde ich sagen, dass "Der Ozean am Ende der Straße" ein mal eben statt Fernsehen wegzulesendes Büchlein ist. Das ist es aber ganz und gar nicht. Wenn ihr es wirklch lesen wollt, lasst euch darauf ein und lasst die Figuren auf euch wirken. Macht es nicht wie ich und jagt einfach über die Worte hinweg. 



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