Die Seiten der Welt - Kai Meyer

Das Buch:


560 Seiten / gebundene Ausgabe

auch als E-Book erhältlich

19,99 Euro - E-Book 17,99 Euro


Klappentext:


JEDES BUCH HAT GEHEIME SEITEN - EIN MAGISCHER ROMAN VOLLER PHANTASTISCHER ABENTEUER

„Während sie die Stufen zur Bibliothek hinablief, konnte Furia die Geschichten schon riechen: den besten Geruch der Welt.“

Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Familie birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln. 

Doch dann wird ihr Bruder entführt, und Furia muss um sein Leben kämpfen. Ihr Weg führt sie nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden, und an die Grenzen der Nachtrefugien. Sie trifft auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebellen. Gemeinsam ziehen sie in den Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.


Meine Meinung:


Ich lese wirklich gern Fantasy, aber dieser Roman ist für mich so mit Fantasiegebilden und Fantasiegestalten bevölkert, dass ich nur äußerst selten zu dieser Art Buch greife. Das soll aber jetzt nicht heißen, dass ich das Buch schlecht fand, ganz im Gegenteil. Ich brauche nur als nächstes Buch etwas realistischeres als "Die Seiten der Welt". 


Furia ist 15 und eine Bibliomantin, die sehnsüchtig darauf wartet, dass ihr Seelenbuch sie endlich findet. Dann wird ihr Bruder entführt und ihr ist nichts wichtiger, als ihn aus der Gewalt der Entführer zu retten. Ihr Weg verschlägt sie nach Libropolis. Sie lernt dort Menschen und Kreaturen kennen, die ihr bei der Suche nach ihrem Bruder behilflich sind. 


Kai Meyer hat hier eine ganz tolle Welt geschaffen. Eine Welt für Menschen, die Bücher lieben. Um nur ein paar Dinge aufzuzählen: Es gibt sprechende Schnabelbücher, die bei verbotenen Wettkämpfen um ihr Leben kämpfen; es gibt Origamis in Vogelform, die Staub von Büchern fressen oder Exlibris, also Figuren, die aus Büchern gefallen sind und in einem Ghetto in Libropolis leben müssen. Das zentrale Thema sind die Bibliomanten. Sie ziehen ihre Kraft aus Büchern und können damit Kunststücke vollbringen. Sie können sich damit verteidigen, kämpfen oder sogar töten. Jeder Bibliomant hat ein Seelenbuch, das sich den Menschen aussucht. Sie alle werden von der Adamitischen Akademie überwacht. Aber es droht die Gefahr des Entschreibens. Denn ein bekannter Schriftsteller hat die sogenannten Leeren Bücher erfunden, die es möglich machen, die Bibliomantik aufzuheben und alle Bücher von ihren Buchstaben zu befreien. Was es mit all dem auf sich hat, müsst ihr aber selber lesen. Allzu viel möchte ich nämlich nicht verraten.  


Kai Meyers Schreibstil ist sehr bildhaft, so dass man sich als Leser all die Dinge, die er sich ausgedacht hat, richtig gut vorstellen kann. Manches erschien mir sehr verlockend, z. B. die durch Bibliomantik sprechende Leselampe mit ihrem Kumpel, dem griesgrämigen Lesesessel. Die Figuren hat er sehr glaubhaft beschrieben, weil nicht jeder nur gut oder nur böse ist, sondern zum Teil auch schwer zu durchschauen. Das finde ich immer gut, weil es dem wahren Leben nachempfunden ist. 


"Viele Läden waren hochspezialisiert. Sie begrenzten ihr Angebot auf obskure Themengebiete oder vergangene Epochen, auf kunstvolle Buchgestaltungen oder gewisse Haarfarben der Protagonisten. Irgendwo in  diesem Gassenlabyrinth gab es ein Geschäft, in dem jedes Buch vierhundertvierundzwanzig Seiten besaß, nicht eine mehr oder weniger. Einige Läden verkauften ausschließlich Bücher, die der Kunde als Kind gelesen hatte, und boten eine Geld-zurück-Garantie, wenn sie ihm nicht mehr so gut gefielen wie damals. Es gab Händler handgeschriebener Tagebücher und rätselhafter Folianten aus Alraunenpapier, Beschwörer von Bücherflüchen, die jeden Dieb oder säumigen Entleiher verdammten, eine Manufaktur von Duftwasser mit Buchgerüchen für den eitlen Bibliomanten; und angeblich wurden irgendwo sogar Bücher verkauft, die die Kunden sich nur erträumten."  Zitat Seite 174/175

Abschnitte wie diese kommen zuhauf in diesem Buch vor. Man merkt als Leser, dass Kai Meyer nicht nur gern schreibt, sondern auch sehr gern liest. Daher sollte jeder, der gerne liest, auf jeden Fall einmal herein schnuppern. Mit einigen Ideen hat mich das Buch sehr an Harry Potter oder die Tinten-Trilogie erinnert. Das fand ich allerdings nicht tragisch, weil es wirklich nur kleine Anteile waren. 


Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass sehr viele Menschen und Kreaturen sterben. Ich weiß nicht, ob das für ein Jugendbuch so geeignet ist. Mich hat es nicht gestört, aber manche Leser sind der Meinung, dass so etwas in einem Jugendbuch nichts zu suchen hat. Das müsst ihr aber für euch selber entscheiden. 


Ich kann das Buch sehr empfehlen und weise darauf hin, dass "Die Seiten der Welt 2" im Herbst 2015 erscheinen wird. 







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